Neben der Ganzheitlichkeit, die eines der wichtigsten Prinzipien der klassischen Homöopathie darstellt, sind weitere Grundannahmen der homöopathischen Lehre von großer Bedeutung für den Heilerfolg.
Was wir "Krankheit" nennen, sehe ich als klassisch arbeitende Homöopathin zu aller erst als eine gesunde Reaktion des Körpers auf eine störende Einwirkung von Außen oder einen inneren Missstand.
Leider ist der Organismus vieler Tiere aufgrund früherer unterdrückender Behandlungen durch Medikamente, widernatürliche Fütterung oder erbliche Belastung so massiv beeinflusst, dass seine natürlichen Heilungsversuche manchmal entgleisen, überschießen oder gar ausbleiben. Zum Glück kann die klassische Homöopathie eine so geschwächte Lebenskraft wieder anregen und die natürlichen Heilvorgänge bestärken und unterstützen.
"Similia similibus curentur."
Dies ist das tragende Prinzip der klassischen Homöopathie.
Damit ist gemeint, dass diejenige Substanz, die bei einem gesunden Menschen oder Tier bestimmte Symptome hervorruft, diese Symptome bei einem kranken Menschen oder Tier heilen kann.
Das homöopathische Mittel unterdrückt nicht das Krankheitssymptom, sondern es fördert es für eine kurze Weile. Im Grunde macht das homöopathische Mittel die natürliche Reaktion des Körpers noch wirkungsvoller.
Und doch ist, trotz dieser kraftvollen Unterstützung, die Homöopathie eine sehr sanfte und schonende Form der Heilung, denn sie wird (wenn sie richtig eingesetzt ist) nichts vom erkrankten Organismus verlangen, was zu viel für ihn ist. Das richtig gewählte homöopathische Mittel ist wie ein Impulsgeber, wie ein sanfter Schubs in die bessere Richtung.
Alle homöopathischen Mittel sind so stark verdünnt, dass rein physikalisch von dem Ausgangsstoff gar nichts mehr darin zu finden ist. Durch dieses so genannte Potenzieren mit Schüttelschlägen während der Verdünnung ist aber die Energie und Wirkkraft der Ausgangssubstanz in dem homöopathischen Mittel erhalten geblieben. Gerade die Tatsache, dass diese Mittel nicht auf einer materiellen, also chemischen Ebene wirken, sondern eher Impulsgeber sind, scheint so nachhaltige und schonende Heilungen möglich zu machen.
Wir wissen nicht, warum die potenzierten Mittel so erstaunlich wirksam sind. Die weit fortgeschrittenen Wissenschaften unserer Tage, besonders neuere Forschungen der Physik, sind sehr nah daran, erklären zu können, warum eine durch Verdünnen und Verschütteln potenzierte Substanz in der Trägerflüssigkeit immer noch als Information vorhanden ist, obwohl kein einziges Molekül der Substanz mehr in der Flüssigkeit zu finden ist.
Bis die Wissenschaft uns Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie liefert, können wir sie getrost weiter als Heilmittel verwenden, so wie es seit der Begründung der Homöopathie durch Samuel Hahnemann über 200 Jahre lang erfolgreich getan wurde.
Übrigens: Bei der Erforschung homöopathischer Heilmittel werden keinerlei Tierversuche durchgeführt. Kein Tier wird getötet, um an einen Ausgangsstoff für ein homöopathisches Heilmittel zu gelangen. Bei der Herstellung homöopathischer Heilmittel entstehen keine schädlichen Reststoffe.
Wenn Sie gerne mehr über die klassische Homöopathie, das Ähnlichkeitsprinzip und seine Anwendungs- und Wirkungsweise erfahren möchten, empfehle ich Ihnen das Buch "Medizin der Zukunft" von Georgos Vithoulkas (ISBN 3 87013 009 1) Dieser kleine Band ist erschwinglich und eine sehr gut lesbare Einführung in die klassische Homöopathie.