Claudia Grothus, Praxis für klassische Tierhomöopathie und Hundeverhaltenstherapie
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Stimmungsübertragung

8 Grad, Regen

 

...Das Telefon klingelt ununterbrochen. Der Hund nervt, er war seit heute morgen nicht mehr draußen. Eine heftige Erkältung hat mich erwischt. Ich bin einfach nur schlecht gelaunt. Gestern hat es beim Treffen auf dem Spaziergang wieder einmal fast eine Keilerei zwischen meinem Hund und dem Nachbarshund gegeben. Ich nehme heute lieber das Brustgeschirr, man kann ja nie wissen... Eigentlich habe ich jetzt überhaupt keine Lust auf einen Gang. Hoffentlich haut er nicht wieder ab. Jetzt dreht er wieder total durch, weil er weiß, dass es los geht. "Sitz, SITZ, jetzt SETZ DICH HIN!"...

 

Beste Voraussetzungen für einen entspannten und kommunikativen Hundespaziergang, oder?

 

Sensibilität

 

Hunde besitzen neben ihrem hochsensiblen Geruchssinn auch die Fähigkeit, über unsere Körpersprache unsere momentane mentale und körperliche Verfassung "abzulesen".

 

Viele unserer Signale, die wir unbewusst senden und denen wir kaum Beachtung schenken, geben dem vierbeinigen Freund ziemlich genau Auskunft über unsere Stimmung.

 

Wenn wir beispielsweise krank sind, riecht der Hund nicht nur die Veränderungen in unserem Stoffwechsel, sondern er sieht diese Schwächung auch an unserer Körperhaltung und der veränderten Art und Weise unseres verbalen und nonverbalen Ausdrucks.

 

Sind wir körperlich kerngesund, unterliegen aber Stimmungsschwankungen (Stress, Gereiztheit, Furcht), bedeuten diese für den Hund ebenfalls Abweichungen vom Normalzustand. Ein Hund kann den Grund für einen unserer "schlechten Tage" oder unsere Launenhaftigkeit nicht erkennen, für ihn bedeutet das Schwäche, Unberechenbarkeit oder Unsicherheit.

 

Unbewusst

 

Ängstliche Hunde erregen zum Beispiel oft Mitleid in ihrer Umwelt. Wird ein Hund besänftigt oder beruhigt, wenn er Angstsignale zeigt, bestätigt man ihn unter Umständen für das ängstliche Verhalten.

 

Die dabei unbewusst, über Stimmung ablaufenden, bestätigenden Prozesse sind im Fall von Phobien noch relevanter. Allein der Gedanke "Oje, da fliegt ein Ballon, hoffentlich sieht er den nicht!" kann dem Hund schon signalisieren: Achtung, hier passiert etwas, das mir Angst macht oder gefährlich ist!

 

Auch aggressives Verhalten wird häufig unbewusst gefördert oder bestätigt. Eine wütende, fordernde oder gereizte Stimmung des Menschen kann für einen Hund dann durchaus Auslöser für einen Angriff auf einen anderen Hund sein.

 

Wahlmöglichkeiten

 

Im Gegensatz zu Ihrem Hund haben Sie jederzeit die Möglichkeit, bewusst Ihre Stimmung zu ändern. Betrachten Sie das Beispiel vom Anfang des Textes. Sie haben die Wahl:

 

  1. Sie gehen gereizt, schlecht gelaunt und mit übler Stimmung mit Ihrem Hund in die Runde.
  2. Sie machen eine Pause und gehen erst los, nachdem Sie sich etwas beruhigt haben.
  3. Sie setzten den Spaziergang, den Sie gerade vorhaben, in einen ganz neuen Rahmen: Sie fahren zum Beispiel an einen Ort, wo Sie besonders gerne mit dem Hund laufen und wo Sie garantiert keine Konfrontationen mit anderen Hunde(halter)n erwartet.
  4. Sie entscheiden sich dafür, jede Erziehungsmaßnahme auszulassen und ein gemütliches Tempo einzuschlagen. Sie nehmen den Gang als Gelegenheit zur Entspannung für sich und Ihren Hund wahr.

 

Sie haben sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten zur Auswahl!

 

Flüsterer

 

Die Möglichkeiten, die uns der bewusste Einsatz von Stimmungsübertragung bei der Therapie von verhaltensgestörten Tieren bringt, sind enorm.

 

Sicher haben Sie schon von den sogenannten "Tierflüsterern" gehört. Die Leute, die das wirklich können, haben die Fähigkeit entwickelt, sich binnen weniger Minuten einen Überblick über den mentalen Zustand (und Gesamtzustand) eines Tieres zu verschaffen und sich auf diesen einzustellen. Durch genaue Beobachtung, lange Erfahrung im Umgang mit Tieren und der Fähigkeit, die eigenen Signale und die Körpersprache in kürzester Zeit auf die des tierischen Gegenübers anzugleichen, gelingt es diesen Experten dann erstaunlich schnell, den Kontakt herzustellen. Das Tier fühlt sich sicher und merkt, dass vom "Flüsterer" keine Gefahr ausgeht - die beste Voraussetzung für eine Kommunikation mit dem Tier.

 

In Vorführungen und auf Sitzungen kann man die bemerkenswerte Arbeit dieser Verhaltensexperten beobachten. Für die Besucher ist das besonders spannend, weil die meisten kommunikativen Prozesse bei der Kontaktaufnahme zu dem Tier nonverbal und anscheinend unsichtbar ablaufen und sie den Eindruck bekommen, der Mensch würde mit dem Tier tatsächlich reden. Auf gewisse Art trifft das ja auch zu...

 

Zustand ändern

 

Für den ungeübten Tierfreund ist es nicht alltäglich, bewusst die Stimmung zu ändern. Dafür gibt es einige Strategien und Kommunikationstechniken, die wir unter dem Punkt NLP vorstellen.

 

Sie geben uns die Möglichkeit, unser Verhalten spontan zu ändern, Kommunikation feiner strukturiert wahrzunehmen und steigern unsere Wahlmöglichkeiten und Handlungsfähigkeiten.

 

 

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